Da weinte Jesus.

Was war passiert?

Lazarus war gestorben, der Bruder von Marta und Maria. Einer wie viele, die vorzeitig an Krankheiten sterben. Trotz aller Fürsorge, Vorsorge, Medizinkunst, trotz hoffen und beten.

Maria weinte, sie beweint den Verlust des Bruders. Sie schluchzet und ist untröstlich in ihrem Schmerz. Auch die Leute, die mit ihr unterwegs sind, sind berührt und weinen mit ihr.

Machtlos stehst Du daneben, wenn die Hoffnung zuletzt gestorben ist. ‚Er hat den Kampf gegen den Krebs verloren.‘ so wird es oft betrachtet. Der Tod – eine Niederlage, die Menschen gedemütigt und gezeichnet zurücklässt.

Jesus wird mit der weinenden Maria und den trauernden Menschen konfrontiert. Wut steigt in ihm hoch, Wut über die Macht des Todes. Nach der ersten Wut bricht er in Tränen aus, tief betroffen ist er von dem, was er dort miterlebt, mitfühlt. Das griechische Wort für „in Tränen ausbrechen“ wird nur einmal, nur hier verwendet. Es unterstreicht das göttliche Mitleiden.

Marias Vorwurf,  Jesus hätte den Tod des Lazarus verhindern können, wäre er zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen, zeigt ihre Verzweiflung. ‚Hätte, hätte, hätte, Fahrradkette…‘ hilft auch nicht weiter. Der Tod ist mächtig. Einige Leute bemerken mit einem Hauch von Spott, dass Jesus daran auch nichts ändern kann. Mit dem erschütterten Weinen ergreift Jesus wieder der Zorn. Was für ein Mensch, was für ein Gott, der Lazarus aus der Macht des Todes herausruft! Eine Auferweckung mitten im Leben.

Die endgültige Macht des Todes kann nur einer bezwingen. Vertraust Du darauf? „Ich bin die Auferstehung und das Leben! Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben… Glaubst Du das?“ fragt Jesus zuvor die trauernde Marta.

Gott lässt sich berühren, er schafft Leben über das irdische hinaus.

Was für eine dramatische Geschichte! Nachzulesen ist sie im Johannesevangelium, Kapitel 11.

Pastorin Christin Eibisch

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